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| Arm Kräuterchen | Ein Sauerampfer auf dem Damm
Stand zwischen Bahngleisen,
Machte vor jedem D-Zug stramm,
Sah viele Menschen reisen.
Und stand verstaubt und schluckte Qualm
Schwindsüchtig und verloren,
Ein armes Kraut ein schwacher Halm,
Mit Augen, Herz und Ohren.
Sah Züge schwinden, Züge nahn.
Der arme Sauerampfer
Sah Eisenbahn um Eisenbahn,
sah niemals einen Dampfer.
(Joachim Ringelnatz 1883 - 1934)
Kategorie: Reime, Verse, Gedichte | |
| | | Der Gefangene | ... zu der Kerkertür.
"Du armer gefangener Mann, hervor!
Wir sprengen dir dein Eisentor!"
So stießen sie die Türe ein
Und ließen hinab den Sonnenschein.
Was ist es, das sie dort erblickt?
Der arme Mann, der ist erstickt.
Er liegt zu Boden in Qualm und Rauch,
Es leckt an ihm der Flamme Hauch.
Da eilten sie, davon zu ziehn;
Sie ließen liegen und modern ihn.
Es schrie'n die satten, trunkenen Knecht':
"Wir haben den armen Mann gerächt!"
Gustav Schwab, 1792 - 1850
Kategorie: Reime, Verse, Gedichte | |
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