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Winterlieder

A B C, die Katze lief im Schnee
A B C,
die Katze lief im Schnee,
und als sie dann nach Hause kam,
da hatt´ sie weiße Stiefel an,
o jemine, o jemine,
die Katze lief im Schnee.

A, B, C,
die Katze lief zur Höh.
Sie leckt ihr kaltes Pfötchen rein
und putzt sich auch die Stiefelein,
A, B, C, und ging nicht mehr in´n Schnee.

(Karl Simrock 1848)
Der Winter ist ein rechter Mann
Der Winter ist ein rechter Mann,
Kernfest und auf die Dauer;
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an,
Und scheut nicht süß noch sauer.

War je ein Mann gesund wie er?
Er krankt und kränkelt nimmer,
Er trotzt der Kälte wie ein Bär
und schläft im kalten Zimmer.

Er zieht sein Hemd im freien an
und läßt´s vorher nicht wärmen
und spottet über Fluß im Zahn
und Grimmen in Gedärmen.

Aus Blumen und aus Vogelsang
weiß er sich nichts zu machen,
Haßt warmen Drang und warmen Klang
und alle warmen Sachen.

Doch wenn die Füchse bellen sehr,
wenn´s Holz im Ofen knittert,
und um den Ofen Knecht und Herr
die Hände reibt und zittert;

Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht
und Teich und Zehen krachen:
Das klingt ihm gut, das haßt er nicht,
dann will er tot sich lachen.-

Sein Schloß von Eis liegt ganz hinaus
Beim Nordpol an dem Strande;
Doch hat er auch ein Sommerhaus
im lieben Schweizerlande.

Da ist er denn bald dort, bald hier;
gut Regiment zu führen;
und wenn er durchzieht, stehen wir
und sehn ihn an und frieren.

(Matthias Claudius 1740 - 1815)
Schneeflöckchen, Weißröckchen
Schneeflöckchen, Weißröckchen,
da kommst du geschneit;
du kommst aus den Wolken,
dein Weg ist so weit.

Komm, setz dich ans Fenster,
du lieblicher Stern;
malst Blumen und Blätter,
wir haben dich gern.

Schneeflöckchen, du deckst uns
die Blümelein zu;
dann schlafen sie sicher
in himmlischer Ruh’.

Schneeflöckchen, Weißröckchen,
komm zu uns ins Tal
dann bau’n wir den Schneemann
und werfen den Ball.
Schneemann, bist ein armer Wicht
Schneemann, bist ein armer Wicht,
hast 'nen Stock und wehrst dich nicht.
Holla, Schneemann, sieh' dich vor!
Fliegt ein Ball dir an das Ohr,
fliegt ein Ball dir ins Gesicht,
Schneemann, bist ein armer Wicht!

Wenn die liebe Sonne scheint,
steht der Schneemann da und weint,
und in Stücke geht sein Rock,
aus den Händen fällt sein Stock,
auf den Boden rollt sein Kopf:
Schneemann, bist ein armer Tropf!

Volkslied
Winter, ade
Winter, ade! Scheiden tut weh.
Aber dein scheiden macht,
daß mir das Herze lacht,
Winter, ade ! Scheiden tut weh.

Winter, ade! Scheiden tut weh.
Gerne vergess ich dein,
kannst immer ferne sein.
Winter, ade! Scheiden tut weh.

Winter, ade! Scheiden tut weh.
Gehst du nicht bald nach Haus,
lacht dich der Kuckuck aus.
Winter, ade! Scheiden tut weh.

(Hoffmann von Fallersleben)
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