 |  |  |  | | Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder | Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder,
den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter.
Der Frühling bringt Blumen, der Sommer den Klee,
der Herbst, der bringt Trauben, der Winter den Schnee.
Und wie sie sich schwingen im Jahresreihn,
so tanzen und singen wir fröhlich darein. | | |
| | Ade zur guten Nacht | Adé zur guten Nacht!
Jetzt wird der Schluß gemacht,
Daß ich muß scheiden.
Im Sommer da wächst der Klee,
Im Winter, da schneit's den Schnee,
Da komm ich wieder.
Es trauern Berg und Tal,
Wo ich viel tausendmal
Bin drüber gangen;
Das hat deine Schönheit gemacht,
Hat mich zum Lieben gebracht
Mit großem Verlangen.
Das Brünnlein rinnt und rauscht
Wohl dort am Holderstrauch,
Wo wir gesessen,
Wie manchen Glockenschlag,
Da Herz bei Herzen lag,
Das hast du vergessen.
Die Mädchen in der Welt
Sind falscher als das Geld
Mit ihrem Lieben.
Adé zur guten Nacht,
Jetzt wird der Schluß gemacht,
Daß ich muß scheiden.
Ade zur guten Nacht,
Jetzt ist der Schluß gemacht,
Von dir zu scheiden.
Von dir, o Herzallerliebster mein,
Es muß halt doch geschieden sein,
Das macht mir Leiden.
seit 1848
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| | Das Herz | Bächlein so hell und frisch,
Duftig umblüht,
Spielend mit Blum' und Fisch,
Murmelnd dein Lied;
Und dann schwellt zur Flut
Ohn' Rast und Ruh',
Tobend in wilder Wut:
Herz das bist du!
Herz, ach du liebes Herz,
Nimmer dir gleich,
Ringest mit Lust und Schmerz,
Bald hart, bald weich
Böhmische Volksweise
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| | Das Lied, das meine Mutter sang | Früh von der Heimat mußt ich wandern,
Vom Elternhause lieb und traut,
Mich trieb's von einem Ort zum andern,
Ich hörte fremder Sprache Laut.
Doch in des Lebens regem Treiben,
Das seine Fesseln um mich schlang,
Wird mir von allem theuer bleiben
Das Lied das meine Mutter sang
Wenn ich als Kind des Spielens müde,
Mich wandte nach der Mutter Schoß,
Und ich beruhigt von dem Liede,
Nun sorglos meine Augen schloß,
Dann fühlt' ich wie die schlichte Weise
Mir mächtig tief ins Herze drang!
So wirkt kein Lied, ob laut, ob leise,
Wie's Lied, das meine Mutter sang
Lausch ich seither im Geist dem Liede,
Löst es mir jede herbe Pein,
Und stille Wehmut, tiefer Friede
Zieht dann in meine Seele ein.
Wie oft, wenn ich in trüben Stunden,
Gekämpft mit Sorgen schwer und bang,
Hab Trost und Ruhe ich gefunden
Im Lied, das meine Mutter sang
So mög es ferner mich umschweben
Auf meines Daseins Wanderpfad,
Bis einst das mühevolle Leben
Den Abschluss hier gefunden hat.
Schließ dann die Augen ich, die müden,
Kein Trauerchor, kein Glockenklang
Singt mir als letztes Lied hienieden
Das Lied, das meine Mutter sang
L. Hoffmann
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