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| Die Schnupftabaksdose | Es war eine Schnupftabaksdose
Die hatte Friedrich der Große
Sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.
Da kam ein Holzwurm gekrochen.
Der hatte Nußbaum gerochen
Die Dose erzählte ihm lang und breit.
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.
Sie nannte den alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann
"Was geht mich Friedrich der Große an!"
(Joachim Ringelnatz 1883 - 1934)
Kategorie: Reime, Verse, Gedichte | |
| | | | | | | | | | | Carl Friedrich von Weizsäcker (deutscher Physiker, geb. 1912) | Die Kirche hat nicht den Auftrag, die Welt zu verändern. Wenn sie aber ihren Auftrag erfüllt, verändert sich die Welt.
Der Politik ist eine bestimmte Form der Lüge zwangsläufig zugeordnet: das Ausgeben des für eine Partei Nützlichen als das Gerechte.
Freiheit ist ein Gut, daß durch Gebrauchen wächst, durch Nichtgebrauch dahinschwindet.
Überall dort, wo die Wissenschaft neue Erkenntnisse gewinnt, schafft sie grundsätzlich auch neue Macht.
Politik ist der stets neu zu schaffende Kompro
Kategorie: Zitate | |
| | | Das fröhliche Leben | ...aft! wo die Straße
Mitten durch sehr eben geht,
Wo der Mond aufsteigt, der blasse,
Wenn der Abendwind entsteht,
Wo die Natur sehr einfältig,
Wo die Berg' erhaben stehn,
Geh ich heim zuletzt, haushältig,
Dort nach goldnem Wein zu seh
Friedrich Hölderlin, 1770 - 1843
Kategorie: Reime, Verse, Gedichte | |
| | | Der nächtliche Wanderer | ....
Erwürgen - ha! du hungerst nach erwürgtem Aas,
Du naher Würger, komme, komme.
Sieh! er lauscht, schnaubend Tod -
Ringsum schnarchet der Hauf,
Des Mordes Hauf, er hörts, er hörts, im Traume hört' ers,
Ich irre, Würger, schlafe, schlafe.
Friedrich Hölderlin, 1770 - 1843
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| | | Aussicht | ...en,
Doch zu sich selber macht der Mensch des Wissens Frage.
Die Aussicht scheint Ermunterung, der Mensch erfreuet
Am Nutzen sich, mit Tagen dann erneuet
Sich sein Geschäft, und um das Gute waltet
Die Vorsicht gut, zu Dank, der nicht
Friedrich Hölderlin, 1770 - 1843
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| | | Freundschaft, Liebe | ...hre scheint nach Tisch ein schlummernd müßig
Gespräch für Mann und Kind und Jungfraun, fromme Frauen;
Hernach geht er, der Herr, der Burgersmann und Künstler
Auf Feldern froh umher und heimatlichen Auen,
Die Jugend geht betrachtend auch.
Friedrich Hölderlin, 1770 - 1843
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| | | Die Stille | ...kämpft an tausend Wunden
Und des Lebens Last den schwachen Nacken beugt:
O so leite mich mit deinem Stabe -
Harren will ich auf ihn hingebeugt,
Bis in dem willkommnen, ruhevollen Grabe
Aller Sturm, und aller Lärm der Toren schweigt.
Friedrich Hölderlin, 1770 - 1843
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| | | An eine Rose | Ewig trägt im Mutterschoße,
Süße Königin der Flur!
Dich und mich die stille, große,
Allbelebende Natur;
Röschen! unser Schmuck veraltet,
Stürm' entblättern dich und mich,
Doch der ewge Keim entfaltet
Bald zu neuer Blüte sich.
Friedrich Hölderlin, 1770 - 1843
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| | | Menschenbeifall | ...tet ihr mich mehr,
Da ich stolzer und wilder,
Wortereicher und leerer war?
Ach! der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt,
Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen;
An das Göttliche glauben
Die allein, die es selber sind.
Friedrich Hölderlin, 1770 - 1843
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| | | Gebet für die Unheilbaren | ...ndig sie sind.
Eile, verderbe sie ganz, und führ ans furchtbare Nichts sie,
Anders glauben sie dir nie, wie verdorben sie sind.
Diese Toren bekehren sich nie, wenn ihnen nicht schwindelt,
Diese... sich nie, wenn sie Verwesung nicht sehn.
Friedrich Hölderlin, 1770 - 1843
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| | | Abendgebet | ...ein Leid.
Dann täum' ich, was auch kommen mag,
Von einem schönen gold'nen Tag.
Wenn die Kinder schlafen ein,
Wachen auf die Sterne,
Und es steigen Engelein
Nieder aus der Ferne,
Halten wohl die ganze Nacht
Bei den frommen Kindern Wacht.
Friedrich Wilhelm Güll, 1812 - 1879
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| | | Wenn in bangen, trüben Stunden | ...er,
Seine Liebe kommt uns nah':
Sehnen wir uns dann hinüber,
Steht sein Engel vor uns da,
Bringt den Kelch des frischen Lebens,
Lispelt Mut und Trost uns zu,
Und wir beten nicht vergebens
Auch für der Geliebten Ruh'.
Novalis (Georg Philipp Friedrich von Hardenberg), 1772 - 1801
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| | | Das Kamel | ...dich die Beere "Sinnenlust,"
Daß du Kamel: die Lebensnot,
Daß du im Grund den Drachen: Tod,
Daß du die Mäuse: Tag und Nacht,
Vergissest, und auf nichts hast acht,
Als das du recht viel Beerlein haschest,
Aus Grabes Brunnenritzen naschest. -
Friedrich Rückert, 1788 - 1866
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| | | Das Kind | ...t tut,
Da denkt das Kind für sich:
Sie schläft, doch wenn sie ausgeruht,
So tut sie's sicherlich.
Schleicht fort so leis' es immer kann,
Und schließt die Türe sacht
Und lauscht von Zeit zu Zeit daran,
Ob Mutter noch nicht wach.
Christian Friedrich Hebbel, 1813 - 1863
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| | | Der Eislauf | ... Tiefen sie deckt, strömt's vielleicht,
Sprudeln vielleicht Quellen empor.
Den ungestörten Wogen entströmt,
Dem geheimen Quell entrieselt der Tod!
Glittst du auch leicht, wie dies Laub, ach, dorthin,
Sänkest du doch, Jüngling, und stürbst!
Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724 - 1803
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